Dürener Zeitung, 27. September 2003, Seite 25 D

Von der Not-Schule zum Vorzeige-projekt - Kinderhilfe in Peru wirbt um Solidarität

Jugendliche ohne Chancen auf Bildung, mehrfachbehinderte Blinde und kranke Kinder sind die Menschen, denen die Ayuda-Kinderhilfe in Peru seit 20 Jahren eine neue Perspektive gibt. Grund genug, eine vorläufige Bilanz der Schul- und Medizin-Projekte zu ziehen, mit denen der Verein auch in Zukunft das Leben der Menschen in dem südamerikanischen Land erträglicher machen will. Ein zufriedener Blick in die Vergangenheit und ein leicht beunruhigter Blick in die Zukunft bewegen den Vorsitzenden Harald Schmidt-Hurtienne, wie er in einem Brief aus dem Anden-Staat mitteilt.
Die Hilfe in Form einer Station in Cusco, in der eine Ärztin, ein Zahnarzt und mehrere Krankenschwestern die medizinische Versorgung der ländlichen Bevölkerung übernommen haben, etwa trage weitere Früchte: Ein Medizinstudent, dessen Ausbildung der Verein mitfinanziert hat, wird das Gesundheitszentrum in Zukunft verstärken. Auch im schulischen Bereich sei eine Entwicklung zu verzeichnen, "die uns froh

    


und stolz macht", wie Schmidt-Hurtienne sagt. So habe man eine von Ayuda unterstützte Schule für mehrfach behinderte blinde Menschen in Trujillo innerhalb der letzten sechs Jahre deutlich vergrößern und modernisieren können: Wo die Lehrer damals nur 12 Schüler behelfsmäßig unterrichtet haben, lernen heute 100 junge Menschen. Die Hilfe aus Deutschland habe den Bürgermeister der Stadt dazu motiviert, drei neue Klassenräume zu bauen.Dieses Beispiel zeige, "dass unsere kleine Entwicklungshilfe eine sehr große Wirkung auf die Verantwortungsträger in Peru hat", ist Schmidt-Hurtienne überzeugt.
Viele positive Eindrücke, doch eine Sorge bleibt: das Geld. Die Vereinskasse sei fast leer, beklagt Schmidt-Hurtienne. Ein ernstes Problem, denn man habe der Blindenschule und dem Gesundheitszentrum eine dauerhafte Unterstützung zugesagt: "Diese ist dringend notwendig, denn die finanzielle Not vor Ort ist groß." Spenden für die beiden Projekte (Sparkasse Düren, Konto 612 325) sind daher mehr als willkommen. (aj)