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Centro Médico Cuzco – wie läuft's?
Bericht von Dr. Wolf Schenck, November 2005
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Die wesentlichen Züge der neuen Entwicklung im Centro Médico hatten sich schon 2004
erkennen lassen, wie sie auch Bericht vom Vorjahr beschrieben sind.
Mit ministeriellem Segen heisst es jetzt "Policlinico", Padre Nicanor ist unverändert der Direktor. Von kirchlicher Seite
eingesetzt als ärztlicher Leiter ist Dr. Felipe Camaro, allerdings nur im Nebenberuf und unbezahlt, hauptberuflich ist er Direktor der Angestelltenversicherung (Seguro) für den Regierungsbezik Cusco. Zweifellos ist er kompetent und auch engagiert für das Centro Médico und dessen Weiterentwicklung tätig. Seine Frau, Melissa Camaro, studierte und erfahrene Betriebswirtin, leitet die Verwaltung hauptamtlich.
Unsere Zusammenarbeit mit beiden ist sehr gut, auch wenn die Geschäftsführung nun mehr betriebswirtschaftlich orientiert ist, was eine gewisse Unruhe unter dem Personal verursacht, u.a. in der Sorge um die Arbeitsplätze.
Zahlenmäßig ist der Mitarbeiterstamm, wie 2004 dargestellt, fast unverändert. Ein Arzt und eine Ärztin haben gewechselt, sonst sind die meisten Mitarbeiter lange Zeit, teilweise über
10 Jahre, tätig.
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Neue Leitung |
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Die Selbstbeteiligung wurde für Patienten im Ambulatorium von 3 Soles (ca. 75 Cent) auf 6 Soles angehoben, mittellose sind von der Bezahlung befreit, wie auch alle Patienten in den durchweg sehr armen Bauerndörfern.
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Selbstbeteiligung |
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Was wurde im vergangenen Jahr erreicht?
Die Sprechstunden in den Bergen wurden ausgebaut und auf sehr einsame, bis über zwei Autostunden entfernte und bis 4.200 m hoch gelegene Dörfer ausgedehnt, sodass nun 10 Dörfer turnusmässig angefahren werden müssen. |
Was wurde erreicht? |
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Im Dorf Huamanchacona wird eine Aussenstelle eingerichtet, die ständig besetzt bleiben soll. Das Haus ist fertig, es hat sogar fließendes Wasser. Wir haben schon Sprechstunden dort abgehalten. Geplant ist auch eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Landwirtschaftserziehung in Zurite, zur modellhaften landwirtschaftlichen Weiterbildung der Bauern in diesem Dorf. Der Staat hat dort sogar Latrinen beigesteuert, die wie grellgrüne Telefonhäuschen von weitem zu sehen sind.
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Neue Aussenstelle |
Sehr erfreulich hat sich die Zahnmedizin entwickelt. Die beiden Dentisten sind im Centro Médico voll beschäftigt, zumal einer von ihnen zeitweise das ambulante Team verstärkt, um die Bauern in den Dörfern von schmerzenden Zähnen zu befreien. In Verbindung mit den Sprechstunden auf dem Land wird von Ärzten und Schwestern ein einfacher Unterricht in Hygiene und Krankheitslehre anhand von Schaubildern angeboten, der erstaunlich großes Interesse findet.
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Zahnmedizin |
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Die Patientenzahlen steigen langsam weiter an. Die Herstellung und Anwendung traditioneller, pflanzlicher Heilmittel wurde weiter ausgebaut. Mit Mitteln aus Italien konnte ein
Destillationsapparat angeschafft werden, sodass Pflanzenextrakte hergestellt werden können. Dr. George Figueroa kümmert sich besonders um die traditionelle Phytotherapie. Für ihn konnten Fortbildungskurse in Lima finanziert werden.
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Traditionelle Heimittel |
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Rückschläge bleiben aber auch nicht aus. Die sehr kompetente Schwester für die Apotheke, die auch ein Computerprogramm eingerichtet hat, ist ausgeschieden, was die Medikamentenbestellung erschwert. Das Labor arbeitet weiterhin unbefriedigend und bedarf endlich einer
Neuorganisation.
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Rückschläge |
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Die Finanzierung des Projektes war durch Ihre unermüdliche Hilfe wieder in gewohntem Maße möglich. Das Spendenaufkommen belief sich im Jahre 2004 auf 23.493,-€. Wie Sie wissen werden 10.000 € (2.500 € pro Quartal) für Gehälter überwiesen, etwa gleichviel sind für Medikamente nötig, an Sonderausgaben wurden nur für die Weihnachtsgratifikation
(100 US $ pro Person) und für Fortbildungsveranstaltungen Ausgaben erforderlich. Von italienischer Seite wurden Anteile der Gehälter und Anschaffungen für Geräte (Destillationsapparat) finanziert.
Der Haushalt für 2006 ist gesichert, wenn wir von unvorhergesehenen Belastungen verschont bleiben.
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Finanzierung |
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Die Planung für 2006/2007 ist von peruanischer Seite sehr anspruchsvoll. Vor allem erwartet man, dass bei strengerem betriebswirtschaftlichem Regime die Einnahmen (Selbstbeteiligung
eines Teils der Patienten, Gewinn durch Verkauf traditioneller Heilmittel) weiter zunehmen werden.
Das Ziel, wie von Dr. Felipe Camaro dargestellt, ist entsprechend hoch angesetzt:
2007 bis 2009 soll das Centro Médico wirtschaftlich weitgehend auf eigenen Füßen stehen, vorausgesetzt, wir können weiter die Medikamente aus Spendengeldern gratis liefern.
Einerseits ist dies auch für uns eine Traumaussicht, nach 12 oder 14 Jahren das Projekt – zumindest teilweise – sich selbst überlassen zu können, andererseits darf das grundsätzliche Prinzip, den Armen eine einfache medizinische kostenlose Hilfe zu bieten, dadurch nicht aus den Augen verloren werden, was sowohl von Padre Nicanor, als auch von Dr. Camaro ausdrücklich bestätigt und betont wurde.
Gemeinsam mit der italienischen Gruppe wollen wir einen Fortbildungsfond für die Mitarbeiter einrichten und sie gegen Krankheit und Unfall versichern, wie es für Angestellte in Peru üblich ist.
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Wie geht es weiter? |
Nach wie vor fallen keine Spesen an. Bezahlt werden ausschließlich
peruanische Mitarbeiter.
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Wir danken Ihnen im Namen der Menschen in Peru und freuen uns sehr, dass durch Ihre grosse Hilfe das Centro Médico sich immer weiter positiv entwickeln konnte. |
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Dr. Wolf Schenck |
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