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Centro Médico Cusco – wie läuft's?
Bericht von Dr. Wolf Schenck, November 2004
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Die ersten neun Monate des Jahres
2004 waren eine schwierige Zeit des Umbruchs. Die Bewegung in der katholischen
Kirche "Los Neocatecumenos" (Näheres darüber auf Deutsch im Internet unter
neokatechumenaler Weg oder neokatechumenale Bewegung) hat in der Kirchengemeinde Parroquia de Belén von Padre Nicanor, in der sie bereits seit Jahren im rein kirchlichen Bereich aktiv ist, in diesem Jahr teifgreifenden Einfluss auch auf das Personal des Centro Médico genommen.
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Zeit des Umbruchs |
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Dies hat zu einer Spaltung innerhalb
der Gruppe und schließlich zum Ausscheiden mehrerer Mitarbeiterinnen
geführt, darunter und besonders bedauerlich, auch der ärztlichen Leiterin
Dr. Concepción Huanta Quispe. Inzwischen ist wieder Ruhe eingekehrt, nachdem sich die Mehrheit der Bewegung angeschlossen hat und neue Mitarbeiter, ebenfalls Neocatecumenos, dazugekommen sind, darunter Dr. Felipe Camero als Direktor und Dr. George Figueroa, der für den Aussendienst in den Dörfern zuständig ist, und mit dem vor mehr als 10 Jahren, er war damals Medizinstudent, alles angefangen hatte.
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Personeller Wechsel der Leitung |
Besonders erfreulich ist, dass mit der neu zusammengestellten Truppe in vielerlei Hinsicht neuer Schwung in das Projekt gekommen ist. Strukturierung und Planung haben einen professionelleren Charakter gewonnen.
Mehrere Dörfer konnten zusätzlich in das Programm aufgenommen werden, die Apotheke wurde neu geordnet und ein Computerprogramm dafür eingeführt, die Schulung der Gesundheitsbeauftragten in den Dörfern wurde begonnen und der traditionellen Medizin wurde ein wesentlich größerer Rahmen eingeräumt, da Heilmittel aus der andinen Medizin bei der Behandlung nicht-akuter und verschleißbedingter Krankheiten durchaus eine wichtige Bedeutung haben und, vor allem von den Bauern, eher akzeptiert werden. Zudem sind sie wesentlich billiger als unsere westlichen Medikamente.
Diese sehr positive Entwicklung spiegelt
sich in der sorgfältigen medizinischen Statistik und der Buchführung wider,
die mir bereits für das dritte Quartal 2004 vorliegen, wie auch in dem Eindruck,
den mein Sohn, Dr. Christof Schenck, Zoologische Gesellschaft Frankfurt, im
September dieses Jahres vor Ort gewinnen konnte. |
Neues Team, neuer Schwung |
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Derzeit sind 20 peruanische
Mitarbeiter im Projekt tätig. Überwiegend organisatorisch der neue
Dirketor, Dr. Felipe Camero, außerdem zwei Ärzte, eine Ärztin, zwei
Zahnmediziner, zwei Hebammen, fünf Schwestern und Pfleger, eine Laborantin,
seit kurzem auch eine Psychologin, ein Hausmeister und wechselnd Studenten
und Praktikanten. Unverändert ist Padre Nicanor Acuna
Yaya Leiter des Ganzen, zusammen mit seiner Sekretärin Paulina Farfan, die der wache Kopf der Verwaltung
ist. |
Die Mitarbeiter |
Von unseren Spendengeldern werden die Stellen für drei Ärzte, zwei Zahnärzte, fünf Schwestern, eine Hebamme und eine Laborantin finanziert. Die Übrigen erhalten ihr Gehalt teils aus Spenden der italienischen Gruppe der Dottora Livia Rosetti aus Cagliari, teils aus den Einnahmen des Centro Médico, einige arbeiten vorübergehend ohne Bezahlung. Die Gehälter orientieren sich an denen des staatlichen Gesundheitsdienstes, abhängig von Qualifikation und Arbeitszeit. Sie liegen unverändert sehr niedrig zwischen 90 und 150 US-Dollar monatlich, wobei aber auch niemand die volle Arbeitszeit (40 Stunden) arbeitet.
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Spenden finanzieren die Gehälter |
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Der Bau des Centro Médico hat zwar langsame, aber doch deutliche Fortschritte gemacht: nach dem seit drei Jahren in Betrieb befindlichen 1. Stock sind der 2. Stock für physikalische Therapie und der 3. Stock für die Herstellung der traditionellen Heilmittel baulich fertig, aber noch nicht voll ausgestattet. Die Finanzierung erfolgte überwiegend über die italienische Gruppe.
Was unseren Beitrag zur Finanzierung des Projektes betrifft, so sind wir duch
Ihre große Hilfe weiter zurecht gekommen. Leider hat die Gruppe Ayuda – Kinderhilfe
in Perú, e.V. ihren Zuschuss für die Gehälter von 2.500 Euro pro Quartal
auf 300 Euro reduzieren müssen, da die Unterstützung der Blindenschule
Tulio Herrera Leon in Trujillo dringend geworden war. So standen den Einnahmen
von 13.900 Euro Ausgaben von ca. 17.200 Euro (Gehälter 7.500 Euro, Medikamente
4.900 Euro, Sonderausgaben wie ein Satz neuer Reifen u.a.) gegenüber. Die
Differenz konnte durch Überschüsse der Vorjahre gedeckt werden. Bis zum
Ende des Jahres wird sich noch einiges ändern, gefährdet ist das Projekt
jedoch zumindest bis Ende 2005 nicht.
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Der bauliche Fortschritt |
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Was wurde im vergangenen Jahr erreicht?
Die regelmäßigen Visiten in den abgelegenen
Dörfern wurden erweitert, sodass jetzt sieben Dörfer in das Programm aufgenommen
wurden.
Die Unterrichtung der Gesundheitsbeauftragten in den Dörfern wurde
begonnen.
Traditionelle Heilmittel wurden eingeführt und mit ihrer Herstellung
begonnen.
Die Apotheke wurde von der Parroquia in das Centro Médico verlegt
und bekam ein Computerprogramm.
Der Ausbau des Centro Médico wurde weitergeführt.
Vor allem haben Organisation und Planung zu einem professionelleren Stil
gefunden, der auch der Motivation der Mitarbeiter neuen Schwung brachte.
Im April konnte das bewährte Team aus Europa, bestehend aus Prof. Peter Glogner, Internist, Dr. Wolfgang Hagenau, Augenarzt, Dr. Livia Rosetti, Kardiologin und mir als Pädiater wieder drei Wochen vor Ort mitarbeiten. |
Was wurde erreicht? |
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Die Planung für 2005/2006 ist von peruanischer Seite in den Grundzügen vorgegeben. Oben Beschriebenes muss ausgeführt und fertig gestellt werden, abhängig von den zur Verfügung stehenden Mitteln. Trotz der erfreulicherweise erzielten Einnahmen aus der Tätigkeit des Centro Médico darf der Grundgedanke einer kostenlosen ärztlichen Versorgung der wirklich Armen nicht aus den Augen verloren werden, wenn eine partielle finanzielle Selbstständigkeit angestrebt wird.
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Wie geht es weiter? |
Nach wie vor fallen keine Spesen an. Bezahlt werden ausschließlich
peruanische Mitarbeiter.
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Wir danken Ihnen im Namen der Menschen in Perú und sind auch ein wenig stolz, dass durch Ihre große Hilfe das Centro Médico in Cusco so weit gebracht werden konnte. |
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Dr. Wolf Schenck |
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